"Die Fachtagung im Norden"
findet am Montag, 18. Oktober 2010 statt
und hat dieses Jahr das folgende Thema:
Resilienzentwicklung
Wissenschaftliche Grundlagen und praktische Anwendung zur Förderung von Kindern und ihren Familien
Kinderarmut und gestiegener Leistungsdruck – um nur ein paar gesellschaftliche Rahmenbedingungen zu nennen – tragen dazu bei, dass immer mehr Kinder und ihre Familien gehäuften Risken ausgesetzt sind. Die Auswirkungen zeigen sich in einer zunehmenden Überforderung von Eltern und einer Zunahme von psychosozialen Auffälligkeiten im Kindesalter – eindrucksvoll belegt durch den aktuellen deutschen Kindergesundheitssurvey. Gleichzeitig entstehen im Rahmen Früher Hilfen vielfältige Unterstützungsangebote für Eltern ab Schwangerschaft bzw. kurz nach der Geburt. Diese Form der Hilfe stützt sich großenteils auf die Resilienzforschung, die in Langzeitstudien vielfache Erkenntnisse angehäuft hat, wie Kinder vielfältigen Risiken trotzen und sich gut entwickeln können.
Doch sind die bestehenden Angebote immer sinnvoll? Haben wir das Bestmögliche damit bereits erreicht und die vorhandene Wissensbasis bereits ausgeschöpft? Antworten darauf versuchen wir mit dieser Fachtagung zu finden.
Führende Experten/innen aus dem Bereich der Resilienzforschung, der Sozialpädiatrie und der Kinder- und Jugendpsychiatrie geben nicht nur einen Überblick über das vorhandene Wissen, sondern zeigen auch Möglichkeiten des Umsetzens in Praxishandeln auf.
Im Mittelpunkt stehen dabei unsere internationalen Gäste, allen voran Prof. em. Dr. Alan Sroufe, der als Pionier im Bereich der Resilienzforschung gilt und zu den international führenden Entwicklungspsychologen zählt. Dies belegt nicht nur sein umfassendes Werk, sondern auch die zahlreichen wissenschaftlichen Auszeichungen, die er erhielt. Zusammen mit seiner Frau Dr. June Sroufe, einer in Privatpraxis niedergelassenen Psychotherapeutin aus Minneapolis, hat er sich zudem um die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in Praxishandeln verdient gemacht.
Prof. Dr. Carlo Schuengel von der Universität Amsterdam gilt nicht nur als international anerkannter Vertreter der Bindungsforschung, sondern trägt mit seinem Team insbesondere auch zu verbesserten und Evidenzbasierten Hilfen für behinderte Kinder, Pflegefamilien und allgemein im Bereich der Frühen Hilfen bei.
Der Ulmer Prof. Dr. Jörg Fegert hat sich nicht nur als Kinder- und Jugendpsychiater in Deutschland Verdienste erworben, sondern auch im Bereich des Kinderschutzes und insbesondere auch im Bereich der Frühen Hilfen sehr anwendungsbezogene Forschung betrieben. Darüber hinaus berät er die Familien- und Gesundheitspolitik. Der Dipl. Psychologe Dr. Marc Schmid (Kinder- und Jugendpsychiatrische Klinik der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel) war an diversen Forschungsprojekten (auch zusammen mit Jörg Fegert) zum Thema beteiligt.
Prof. Dr. Günther Opp hat zusammen mit Prof. Dr. Michael Fingerle das deutsche Standardwerk zur Resilenz „Kinder stärken“ herausgegeben und für sein „Positive Peer Culture“-Programm bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Beide sind wissenschaftlich im Bereich der schulischen Förderung von Kindern mit speziellen Bedürfnissen tätig.
Die Tagung ist bei der Psychotherapeutenkammer Hamburg (PTKHH) akkreditiert (8 FE Kategorie Kenntniserwerb (entsprechend 8 CME) - Akkreditierungs-Nr. 2767202010001920005).
Das Programm der Tagung (auch hier im Flyer zum download):
Begrüßung
ab 9.00 Uhr
Prof. Dr. Gerhard J. Suess
Professor an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
Dr. Angelika Kempfert (Schirmherrschaft)
Staatsrätin, Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz, Hamburg (BSG)
Prof. Dr. Michael Stawicki
Präsident der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
Vorträge
9.30 - 10.30 Uhr
Prof. Dr. Alan Sroufe
The Concept of Resilience and its major contributions for helping troubled families
10.30 – 11.15
Dr. June Sroufe
Clinical implications of the concept of resilience for supporting high risk families
11.15 - 11.45 Uhr
June and Alan Sroufe
Fragen und Kommentare
11.45 – 12.30 Uhr
Prof. Dr. Günther Opp + Prof. Dr. Michael Fingerle
Stärkung von Kindern – Welche Anforderungen ergeben sich für die Praxis?
Mittagspause 12.30 – 14.00 Uhr
Vorträge
14.00 - 14.45 Uhr
Prof. Dr. Carlo Schuengel
Using evidence-based concepts in everyday practice to enhance resilience in high risk families
14.45 – 15.30
Prof. Dr. Jörg Fegert / Dr. Marc Schmid
Traumaentwicklungsstörungen – Anforderungen an die Jugendhilfe
Podiumsdiskussion
15.30 - 16.30 Uhr
Resilienz – Reparaturbetrieb oder gesundes Aufwachsen fördern?
Konsequenzen des Resilienz-Konzeptes für die Kinder- und Jugendhilfe
Moderation: Prof. Dr. Gunter Groen, HAW Hamburg, CCKids
Es diskutieren: Dr. Wolfgang Hammer, Prof. Dr. Jörg Fegert / Dr. Marc Schmid (angefragt), Prof. Dr. Ute Thyen (Dr. med., Oberärztin der Abteilung Entwicklungsneurologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein), Prof. Dr. Gerhard Suess, Prof. Dr. Günther Opp, Prof. Dr. Michael Fingerle
Veranstalter
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
Fakultät Wirtschaft und Soziales
ZEPRA - Zentrum für Praxisentwicklung
Alexanderstr. 1 - 20099 Hamburg
in Kooperation mit dem STEEP - Team und CCKids der HAW Hamburg.
Termin
Montag, 18. Oktober 2010 - Einlass ab 08.00 Uhr.
Beginn der Veranstaltung: 09.00 Uhr.
Die Veranstaltung endet um ca. 17.00 Uhr.
Bitte beachten Sie: Die Teilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung und Bestätigung möglich. Sie erhalten eine Teilnahmebescheinigung.
Veranstaltungsort
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg - HAW
Berliner Tor 21
20099 Hamburg
Aula
Kosten
Der Kostenbeitrag beträgt 55,- Euro. Eine Ermäßigung auf 30,- Euro ist für Studierende und Arbeitslose möglich.

